Das Hausgeld ist die monatliche Zahlung, die ein Wohnungseigentümer an die Eigentümergemeinschaft leistet. Es deckt die laufenden Kosten des Gebäudes, die Verwaltung und die Erhaltungsrücklage. Wie hoch es ist, hängt von Gebäude, Ausstattung und Rücklage ab, ein Teil davon lässt sich bei Vermietung auf den Mieter umlegen.
Was ist das Hausgeld?
Das Hausgeld ist der monatliche Beitrag, den du als Eigentümer einer Eigentumswohnung an die Wohnungseigentümergemeinschaft zahlst. Aus diesem Geld bestreitet die Gemeinschaft alle Kosten, die rund um das Gebäude anfallen.
Die Höhe wird im jährlichen Wirtschaftsplan festgelegt und auf der Eigentümerversammlung beschlossen. Am Jahresende folgt die Hausgeldabrechnung, die Vorauszahlung und tatsächliche Kosten gegenüberstellt.
Was steckt im Hausgeld?
Das Hausgeld setzt sich aus drei Blöcken zusammen.
Der Gesetzgeber nennt die Reserve seit der WEG-Reform 2020 Erhaltungsrücklage (§ 19 WEG). Die ältere Bezeichnung Instandhaltungsrücklage meint dasselbe und ist noch weit verbreitet.
Der wichtige Punkt bei der Umlage: Auf den Mieter darf nur der Betriebskostenanteil, und auch das nur, soweit der Mietvertrag es vereinbart und die Betriebskostenverordnung die Position abdeckt. Verwaltung und Erhaltungsrücklage trägst du als Eigentümer selbst, auch bei Vermietung.
Manche Positionen sind gemischt. Ein Hausmeister, der zugleich Betriebskosten erledigt und kleine Reparaturen macht, muss anteilig getrennt werden. Nur der Betriebskostenteil ist umlagefähig.
Was ist ein normales Hausgeld?
Ein fester Wert lässt sich nicht nennen, weil das Hausgeld stark vom Gebäude abhängt. Als grober Anhaltspunkt liegt es häufig bei einem Wert pro Quadratmeter Wohnfläche im Monat.
Anhaltspunkt pro Quadratmeter Üblich sind grob 3 bis 4,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche im Monat, gemeint ist das gesamte Hausgeld: Betriebskosten inklusive Heizung, Verwaltung und Erhaltungsrücklage. Diese Spanne nennen mehrere Immobilienportale übereinstimmend, Stand 2026. Ein fester Wert ist es nicht. Auf die Erhaltungsrücklage entfallen davon grob 0,80 bis 1 Euro pro Quadratmeter, bei sanierungsbedürftigen Altbauten mehr. Ausstattung wie Aufzug, Tiefgarage, Schwimmbad oder viel Grün treibt den Gesamtwert nach oben.
Wichtiger als der reine Betrag ist, was drinsteckt. Ein höheres Hausgeld mit gut gefüllter Rücklage ist oft besser als ein niedriges, bei dem die Reserve fehlt.
Ist mein Hausgeld zu hoch?
Für die Frage, ob dein Hausgeld angemessen ist, zählt die Zusammensetzung mehr als der Gesamtbetrag. Lass dir den Wirtschaftsplan und die letzte Abrechnung geben und schau, wohin das Geld fließt.
Ein hoher Betriebskostenanteil deutet auf teure Technik oder Verschwendung hin, etwa bei der Heizung. Eine sehr niedrige Rücklage klingt zunächst günstig, rächt sich aber, wenn eine große Sanierung ansteht und die Gemeinschaft eine Sonderumlage beschließt. Genau deshalb ist die Rücklage beim Kauf oder Verkauf ein wichtiger Punkt.
„Die Höhe der Erhaltungsrücklage allein sagt wenig. Setze sie ins Verhältnis zu Alter und Zustand des Gebäudes und zu dem, was in der Beschlusssammlung schon an Sanierungen steht. Eine ordentlich gefüllte Rücklage kann bei anstehender Dachsanierung trotzdem knapp sein. Wer das vor dem Kauf prüft, geht mit einer besseren Verhandlungsposition ins Gespräch.“
Jan-Philipp KöttingCEO von PropertyPilot
Zusammenfassung
Das Hausgeld ist dein monatlicher Beitrag zur Eigentümergemeinschaft und deckt Betriebskosten, Verwaltung und Rücklage. Nur der Betriebskostenteil ist auf einen Mieter umlegbar. Schau bei der Höhe weniger auf den Gesamtbetrag als auf die Zusammensetzung, vor allem auf die Rücklage. Ein solides Hausgeld mit gefüllter Reserve schützt dich vor teuren Sonderumlagen.
Häufig gestellte Fragen
Studierter Betriebswirt, hat zuvor Startups mit aufgebaut und entwickelt heute das digitale Zuhause für die eigene Immobilie.
Alle Artikel von Michel Frech →Verwendete Quellen
- § 28 WEG, Wirtschaftsplan und Abrechnung
- Betriebskostenverordnung (BetrKV), umlagefähige Kosten
- Richtwerte zum Hausgeld pro Quadratmeter: übereinstimmende Angaben mehrerer Immobilienportale, Stand 2026
- Abrufstand: 4. August 2026
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